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Projektbericht "Ihr Zahnarzt auf Achse"

„Gehen Sie in die Heime“

„Gehen Sie in die Heime!“ antwortete mir Dr. Markus Maier auf meine bange Frage. Seit einiger Zeit hatte mich der Gedanke umgetrieben, wie ich mich in meinem geliebten Urserental als Zahn- arzt niederlassen könne.

„Gehen Sie in die Heime!“ entsprach Dr. Maiers Erfahrung, dass ein Zahnarzt, der sich der Versor- gung der Pflegebedürftigen vor Ort widmen würde, sich überall in der Schweiz niederlassen kann und mehr als ausreichend Arbeit findet.

„Gehen Sie in die Heime!“ war jenes Puzzleteil, das mir gefehlt hatte, um der kühnen Idee der mo- bilen Zahnmedizin Form und Inhalt zu verleihen. Im Gespräch mit meinem Dentalberater Romeo Grasso waren wir auf altaDent, den „Verein zur Förderung von Alters- und Behindertenzahnmedi- zin“ aufmerksam geworden.

Erste Schritte auf dem Sprungbrett

So begannen denn im Frühling 2014 die Planungen für meinen Sprung in die Selbständigkeit als „Zahnarzt auf Achse“. Mit Hilfe von Leuten aus meinem engsten Freundeskreis konnte ich bald einen VW-Bus kaufen und gab ihm seinen mutigen Spendern (Thomas Gisler, Robin Moser und Colette Koch) zur Ehre den Namen Thobinette.

Eine Zahnarztpraxis in einen VW-Bus zu bauen beflügelte die Fantasie und die Kooperationsbereit- schaft von Innenausstatter (Kaiser Mobilehomes, Stans), Beschichtungsspezialist (Rölli Karosserie, Stans) und Ausrüster (Curaden AG, Kriens), so dass der Bus schon bald beschriftet und in den Werkstätten der Zentralschweiz zur Praxis umfunktioniert wurde.

Der Sprung ins kalte Wasser

Das Ziel noch im Sommer 2014 den ersten Patienten mobil zu betreuen, wurde zwar nur dank ei- nem geliehenen VW Passat - meinem Bruder sei Dank - erreicht, doch zeichnete sich schon bald ab, dass die Nachfrage bestimmt kein Problemfeld darstellen würde. Im Gegensatz zur Liquidität...

altaDent - dieses Mal die Vorstandsvorsitzende Dr. Christine Reimann und der Aktuar Herr Jörg Ess - erwies sich als Retter in der Not und überbrückte meine Startverzögerung mit einem Darlehen. Ein weiteres Mal stellte sich altaDent mir gegenüber als veritabler „Verein zur Förderung der Al- ters- und Behindertenzahnmedizin“ unter Beweis.

Los geht’s

Im Januar 2015 feierten wir dann das Roll-Out von Thobinette im kleinen Kreise und die Arbeit begann.
Ich startete mit einem Patienten pro Tag, um mit dem neuartigen Behandlungsumfeld klar zu kommen. Zwei Patienten pro Tag waren es dann im Frühling, womit
sich bereits eine ausgeglichene Betriebsrechnung prä- sentieren liess. Im Sommer bestand Thobinette die
fällige Hygieneinspektion und erfreut sich bis heute
einer guten Auslastung selbstbeschränkt auf den Kanton Uri.

Mit Assistenzpersonal erlaubt Thobinette bis zu 6 Behandlungen an 6 Orten pro Tag. Bisher wurden zu 70% Pflegeheim-gebundene Patienten behandelt. Weitere 25% der Patienten wurden aufgrund von Mobilitätseinschränkungen in deren Privaträumen behandelt. Die Behandlung von Patienten im Bus umfasste nur einen verschwindend kleinen Anteil von Patienten aus meinem nächsten Umfeld und kam eigentlich nur bei komplexen Behandlungen in Frage. Künftige Busse werden statt des Behandlungsstuhles wohl eher mit einer Rollstuhlladerampe ausgerüstet, um fällige Transporte bei Bedarf anbieten zu können.

Joint Venture mit altaDent

Dass das Projekt einen positiven Verlauf genommen hatte, freute auch den Vorstand von altaDent. So wurde mir gestattet zu Handen der Vereinsversammlung ein weiteres Darlehen zur Auszahlung meiner „Venture-Kapitalisten“ zu beantragen. In Einsätzen für und mit mobiDent böte sich eine Gelegenheit sich dafür zu revanchieren. So werde ich denn in den kommenden 10 Jahren 100 Tage für altaDent arbeiten.

Status Quo

„Ihr Zahnarzt auf Achse“

Nach einem ausgeglichenen Betriebsergebnis 2015 bin ich zuversichtlich mit den angestrebten Optimierungen im Betrieb und zahlreichen Einsätzen mit mobiDent zügig meine gemachten Schul- den abgelten zu können. Die Nachfrage seitens der Institutionen ist konstant, jene in der Hausbe- treuung (Spitex u.ä.) steigt.

altaDent

Der Auftrag zur Ausarbeitung einer strategischen Neuausrichtung von altaDent wurde meinerseits mit entsprechenden Anträgen zu Handen des Vorstandes erfüllt. Ebenso absolvierte ich die vertrag- lich zugesicherte Hospitation an der Klinik für Alters- und Behindertenzahnmedizin in Zürich im Februar. Damit ist der Grundstein für künftige Einsätze mit MobiDent gelegt, worauf ich mich ge- rade vor dem Hintergrund eines sich aufdrängenden konzeptionellen Austausches freue.

Alters- und Behindertenzahnmedizin

Alle in Taskforces des Verbandes, Gerodontologie-Kongressen und Sonderausgaben im Swiss Den- tal Journal präsentierten Lösungsansätze sind zusammen genommen nicht viel mehr als der be- rühmte Tropfen auf den heissen Stein.

Sie erhalten erst einen nachhaltigen Wert, wenn sie zur Replikationsreife veredelt werden und in dutzendfacher Vervielfältigung dafür sorgen, dass die 400’000 Pflegebedürftigen der Schweiz zu- mindest die Möglichkeit zur zahnmedizinischen Grundversorgung haben. Hierzu werden noch manche Anschubfinanzierungen wie in meinem Fall notwendig sein...

Danke, altaDent!
Ihr Zahnarzt auf Achse Michael J. Keller

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